Häufige Fragen Frauenheilkunde

Wie sicher ist mein Verhütungsmittel?

Bei der Entscheidung für ein Verhütungsmittel spielt seine Sicherheit eine große Rolle. Um einzelne Verhütungsmethoden einschätzen und Methoden bzgl. ihrer Sicherheit untereinander vergleichen zu können, verwendet man den Pearl-Index. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode.

Pearl-Index:
Wenn 100 Frauen ein Jahr lang ein bestimmte Verhütung anwenden, so gibt der Pearl-Index an, wieviele Frauen trotz dieser Verhütung schwanger geworden sind. Zum Beispiel werden 2-12 von 100 Frauen trotz Verwendung eines Kondoms schwanger, d.h. der Pearl-Index ist 2-12. Die Spannweite von 2-12 ergibt sich hierbei daraus, dass unterschiedliche Untersuchungen zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. Die Hersteller geben häufig eine Verhütungssicherheit ohne Anwendungsfehler an.

Der Pearl-Index der Hormonspirale liegt bei 0,16, d.h. 16 von 1.000 Frauen wurden trotz Hormonspirale schwanger.

Im Vergleich: 85 von 100 Frauen würden ohne Verhütung innerhalb eines Jahres schwanger.

Der Pearl-Index einzelner Methoden im Überblick

Mikropillen
(Pillen mit Östrogen und Gelbkörperhormon)
0,1–0,9
Minipille
(Desogestrel-Gelbkörper enthaltende Pillen ohne Östrogen)
0,4*
Hormonhaltiger Vaginalring 0,4–0,65
Hormonhaltiges Verhütungspflaster 0,72–0,9
Hormonhaltige 3-Monatsspritze 0,3–0,88
Hormonspirale 0,16
Hormonimplantat 0,1**
Kupferspirale 0,3–0,8
Kupferkette 0,1-0,5***
Diaphragma und Verhütungsgel 1–20
Kondom 2–12
Chemische Verhütungsmittel 3–21
Sterilisation der Frau 0,2–0,3
Sterilisation des Mannes 0,1
Koitus interruptus 4–18
Kalendermethode 9
Basaltemperaturmethode 0,8–3

Quellen der Zahlenangaben, wenn nicht anders vermerkt: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Juli 2004, Pro Familia
* unveröffentlichte Studien
** australische Studie, 2005
*** Angaben des Herstellers

In welchem Alter soll meine Tochter das erste Mal zur Frauenärztin gehen?

Unsere Empfehlung ist, dass Ihre Tochter zunächst einfach einmal mitkommt, wenn Sie einen Termin haben. Dann kann sie die Räume und die Frauenärztin kennenlernen, ohne gleich die „Hauptperson“ zu sein. Und wenn Ihre Tochter später Fragen zum Thema Frau-Werden hat, oder ein „Sternchen am Himmel“ auftaucht und das Thema Verhütung ansteht, weiß sie, wo sie hingehen kann und wem sie begegnet.

Sie kann in Begleitung von Ihnen oder ihrem Vater, ihrer Freundin, ihrem Freund und natürlich auch allein kommen. Und wenn keine Beschwerden bestehen, wird zunächst auch keine Untersuchung auf sie zukommen.